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Karriere in der Verwaltung


Vom Ingenieurstudium zur Karriere in einer Verwaltung des Öffentlichen Dienstes -
Erfahrungen und Empfehlungen für Schüler, Studenten und Absolventen -
Der Weg von Markus Köppel


Markus KöppelDipl.-Bauingenieur Markus Köppel (35),
Leiter der Außenstelle Halle/Saale des Eisenbahn-Bundesamtes

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Studentinnen und Studenten,
geschätzte Kolleginnen und Kollegen,

als Bauingenieur beim Eisenbahn-Bundesamt zu arbeiten, ist eine sehr vielseitige, spannende und fordernde Aufgabe. Das Eisenbahn-Bundesamt ist die für die Eisenbahnen in Deutschland zuständige Aufsichts- und Genehmigungsbehörde des Bundes.

Seit dem 17.11.2008 ist mir die Leitung des für die Bau- und Eisenbahnaufsicht zuständigen Sachbereiches ( Sb) 2 für die Ingenieurbau-, Oberbau-, und Hochbauanlagen der Eisenbahnen des Bundes übertragen worden. Dieser Sachbereich vollzieht auch die Aufgaben der auftragsgemäß wahrgenommenen Landeseisenbahnaufsicht im Land Sachsen-Anhalt.
In der Außenstelle Halle/Saale des Eisenbahn-Bundesamtes, die ich gleichzeitig leite, arbeiten mehrheitlich Ingenieurinnen und Ingenieure sowie auch Juristinnen und Juristen in den weiteren Sachbereichen für die Planfeststellung/Recht, für die Anlagen der Leit- und Sicherungs- sowie Elektrotechnik, für die Aufsicht über den Betrieb und Gefahrgut sowie für die Finanzierung.

Ich studierte Bauingenieurwesen an der Bauhaus Universität in Weimar mit der Vertiefungsrichtung „ Konstruktiver Ingenieurbau“. In den bislang fast 11 Jahren meiner Tätigkeiten im Eisenbahnwesen habe ich verschiedene Aufgabengebiete bearbeitet.
Ich war im Referat 21 der Zentrale des Eisenbahn-Bundesamtes in Bonn Referent für grundsätzliche Angelegenheiten über die Anlagen meines jetzigen Fachgebietes, für die Anerkennung von Prüfern und Gutachtern sowie speziell im Fachbereich Ingenieurbau tätig. Die Umstellung der bautechnischen Bestimmungen im Brücken- und Ingenieurbau von nationalen Vorschriften auf die Eurocodes mit den DIN-Fachberichten war eine meiner interessantesten fachtechnischen Aufgabe.
Danach wechselte ich als Systembereichsleiter Infrastruktur zur Benannten Stelle Interoperabilität in Bonn, dem Eisenbahn-Cert, das EG-Prüfungen nach europarechtlichen Richtlinien und den zugehörigen Technischen Spezifikationen (TSI), für die Vorhaben im Transeuropäischen Bahnsystem in Deutschland durchführt. Hierzu gehörten im Wesentlichen die EG-Prüfverfahren für die Ausbaustrecken Hamburg – Berlin zur Inbetriebnahme im Jahre 2003, Berlin – Halle/Leipzig sowie die Neubaustrecken Nürnberg – Ingolstadt und dem Eisenbahnknoten Berlin einschließlich des neuen Hauptbahnhofs zur Inbetriebnahme im Jahre 2006.

Auf dem Weg zu meiner jetzigen Position haben mir aus meiner Sicht die folgenden Eigenschaften und Leitgedanken geholfen.

„Beim Studium und der Fächerwahl nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen.“

Während meines Studiums habe ich mir bewusst die anspruchsvollen Fächer Brückenbau, Spannbetonbau, Massivbau und Stahlbau der Vertiefungsrichtung „Konstruktiven Ingenieurbau“ sowie Projektmanagement gewählt, weil ich mir dadurch nicht nur fundierte Fachkenntnisse erarbeitet habe, sondern auch lernte, mich in schwierige und komplexe Fachthemen einzuarbeiten.

„Ein guter Abschluss möglichst in der Regelstudienzeit ist wichtig.“

Der wichtige Kontakt zu sehr guten Kommilitonen mit dem gemeinsamen Streben, das Diplom in der Regelstudienzeit zu erreichen, hat mir sehr geholfen, einen guten Abschluss mit zusätzlichen 17 Fächern aus dem Angebot der Universität zu erreichen. Die Regelstudienzeit ist wichtig, da es in unserem  Berufsleben immer um zu erzielende Ergebnisse im Rahmen einer Zeitvorgabe geht.

„Bereits während des Studiums den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern suchen.“

Meine Studien- und Diplomarbeit habe ich im Bereich des Eisenbahnbrückenbaus geschrieben, nachdem ich den Kontakt mit der Deutschen Bahn AG und dem Eisenbahn-Bundesamt über die Professur Verkehrsbau initiativ herstellen konnte. Ich habe zwei Bewerbungen geschrieben.

„Ein guter, fordernder und fördernder Chef oder erfahrene/r Kollegin/e ist in den ersten Berufsjahren wichtig.“

Ein Chef ist so gut wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, als Mitarbeiter kann man sich nur in einem Umfeld gut entwickeln, wenn man interessante und herausfordernde Aufgaben wahrnehmen kann und auch entsprechend gefordert und gefördert wird. Geprägt durch eine Vielzahl von neuen und sich ändernden Aufgaben insbesondere aus europarechtlichen Vorschriften, wandeln sich die Aufgaben beim Eisenbahn-Bundesamt stetig. Daraus ergeben sich für Interessierte eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich fachlich und auch persönlich weiter zu entwickeln. Die Altersstruktur im Eisenbahn-Bundesamt besteht aus einer Vielzahl von sehr erfahrenen und einigen jungen Kolleginnen und Kollegen, die sich dieses Potential lernend zu Eigen machen können und sich dadurch eine grundlegende Basis für das Berufsleben legen können.

„Das Fachgebiet muss man sich umfassend mit Spezial- und breitem Basiswissen erschließen.“

Im Vergleich zu den Verkehrsträgern Straße und Wasserstraße ist das Eisenbahnwesen sehr komplex und vielseitig, was nicht nur viele Chancen und berufliche Möglichkeiten bietet, sondern aber auch gerade nach dem Berufseinstieg als Ingenieur/in die Einarbeitung in eine Vielzahl von fachlichen Aufgabengebieten eröffnet. Ein fundiertes breites Basiswissen und je nach persönlichen Neigungen das Finden und Vertiefen von Spezialgebieten, bieten interessante Möglichkeiten, sich im Berufsleben zu etablieren. Gerade im Eisenbahn-Bundesamt wird das gesamte fachliche Spektrum der Infrastruktur, der Fahrzeuge und des Betriebes und weiteren fachspezifischen Themen in verantwortungsvollen Aufgaben vereint.
Aus den Aufgaben im Bereich der Infrastruktur konnte ich meine eisenbahnspezifischen Kenntnisse z.B. in der zeitweise Mitarbeit in Normenausschüssen (NA) des Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN): 8 Jahre im NABau für die „Lastannahmen für Brücken“ (DIN-Fachbericht 101) und kürzere Zeit für „Betonbrücken“ (DIN-Fachbericht 102) und „Außergewöhnliche Einwirkungen“ (DIN 1055 Teil 9) einbringen.
Die Tätigkeit für die Benannte Stelle Interoperabilität bot mir die Möglichkeit, auch eine europäische Arbeitsgruppe unter dem Dach des Zusammenschlusses der Benannten Stellen in Europa, der NB-RAIL-Arbeitsgruppe „Infrastruktur“, zu leiten und so auch internationale Erfahrungen zu sammeln. Zahlreiche weitere interne Projekte und Arbeitsgruppen, wie z.B. die Arbeitsgruppe zur Fortschreibung des „Personalkonzeptes“ des Eisenbahn-Bundesamtes, bieten sehr viele Möglichkeiten sich zu den aktuellen Frage- und Aufgabenstellungen des Eisenbahn-Bundesamtes mit einzubringen und weiter zu entwickeln.

„Verhandlungssicheres und kommunikatives Auftreten ist besonders wichtig.“

Markus Köppel
Berlin, der 05.12.2007, Vortrag beim IFV Bahntechnik e.V.: Markus Köppel ( SyL Infrastruktur beim EBC)

Ein aus meiner Sicht bestehendes Manko bei der Ausbildung zum Ingenieur ist das fehlende Vermitteln und Trainieren von Kommunikationsmethoden. So ist es besonders wichtig, dass man im beruflichen Alltag durch ein sicheres und kommunikatives Auftreten, z.B. die fachtechnischen Interessen im Rahmen von Abstimmungsgesprächen verhandlungssicher vertreten kann.

Eine Vielzahl von internen und externen Vorträgen, z.B. im Rahmen von Fachtagungen für die Sachverständigen des Eisenbahn-Bundesamtes im Februar jeden Jahres in Fulda, haben mir sehr geholfen, mich darin zu verbessern.

 

„Als Bauingenieur im Eisenbahnwesen zu arbeiten, heißt im Team zu arbeiten.“

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Fachübergreifende Abstimmungen im Sb 2 (v.l.): Bettina Busch ( H-bau), Hartmut Lange (E&T-bau), Markus Köppel ( SbL 2), René Ehrlich ( O-bau und ) und Barbara Krabbes ( EA und VSbL 2)

Auf Grund der Komplexität der fachtechnischen Anforderungen im Eisenbahnwesen ist es im Grunde schier unmöglich, vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in allen Bereich zu erreichen, weshalb insbesondere in unserem Arbeitsfeld ein teamorientiertes Arbeiten unerlässlich ist. Jede Kollegin und jeder Kollege trägt einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben des Eisenbahn-Bundesamtes bei. Dieses vorhandene Potential zu nutzen und zusammen zu führen, ist daher eine wichtige Teilaufgabe der Führungskräfte.

 

„Man muss Verantwortung übernehmen.“

Insbesondere als Teil der Sicherheitsbehörde muss jeder für sein Fachgebiet und das, was er letztlich täglich bearbeitet, Verantwortung übernehmen. Dies gilt umso mehr, wenn man sich für weiterführende Positionen qualifizieren will, indem man ein klares Bewusstsein für die daraus resultierende Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einerseits oder z.B. auch andererseits bei den im Rahmen der Leitung einer Außenstelle des Eisenbahn-Bundesamtes zugewiesener Verantwortung für die Liegenschaft entwickelt.

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Übergabe der Photovoltaikanlage für die Ast Halle/Saale am 27.02.2009 (v.l.): Markus Köppel ( AstL), Hr. Beyer (Landesbetrieb Bau) und Karl-Heinz Schellbach ( VAstL)

„Geradlinigkeit, Loyalität, Flexibilität, Motivationsvermögen durch hohe Eigeninitiative und Engagement sowie Entscheidungskraft sind wichtige Eigenschaften.“

Ein gutes Fachwissen ist eine wichtige und unerlässliche Grundlage. Aber auch gerade auf Grund der Vielzahl der Schnittstellen und Abhängigkeiten zwischen den Beteiligten im Eisenbahnwesen und damit der tägliche Umgang mit vielen Kolleginnen und Kollegen, erfordern Eigenschaften, die je nach auszuübender Funktion ein bestimmendes aber kollegiales Verhalten bedingen, um die vorgegebenen Ziele im Team zu erreichen. Bei allem Engagement und Einsatzbereitschaft dürfen aber soziale Belange nicht zu kurz kommen. Die Gemeinschaft der „Eisenbahner“ bietet hierzu auch verschiedene Freizeitmöglichkeiten, z.B. in Sportvereinen.

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Leipzig, der 01.03.2007, 21:31 Uhr, Vorbereitung auf eine Projektbe-sprechung am nächsten Morgen (v.l.) : Markus Köppel (SyL bei EBC) und Richard Zeller (MA im  Sy zuständig für Oberbau und mobilitätsbehinderte Fahrgäste)

Der Sachbereich 2 der Außenstelle Halle/Saale des Eisenbahn-Bundesamtes führt zurzeit als eine der spannendsten Aufgabe die bauaufsichtliche Prüfung der Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig durch, die im Jahre 2015 in Betrieb genommen werden soll. Heraus zu heben sind dabei drei Eisenbahntunnel und 6 große Talbrücken, darunter Deutschlands zukünftig längste Eisenbahnbrücke, die Saale-Elster-Talbrücke, sowie die innovativen Brückenbauweisen (siehe auch www.vde8.de).

Sie haben einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss, sind Bachelor oder Master im Fachgebiet Bauingenieurwesen oder insbesondere in einem der Fachgebiete der Nachrichten-, Telekommunikations-, Elektro- oder Maschinentechnik? Sie fühlen sich angesprochen und herausgefordert, in der Aufsichts- und Genehmigungsbehörde der Eisenbahnen des Bundes in einer der vielseitigen, spannenden und fordernden Aufgaben mitzuwirken?

Dann bewerben Sie sich beim Eisenbahn-Bundesamt auch initiativ, wir können Sie gebrauchen! Mit einer hoch qualifizierten Ausbildung für den höheren oder gehobenen technischen Dienst bilden wir Sie in der Fachrichtung Bahnwesen aus oder Sie steigen einfach als Tarifbeschäftigter im öffentlichen Dienst direkt ein.

Ihr Markus Köppel

(Stand: 7.2010)